Okt 31, 2015 - 01 Wer, wie, was?    No Comments

Dritter Allesesser

allesesser_dreiSo, nachdem wir seit einiger Zeit zu dritt sind und wir uns aneinander gewöhnt haben, werden wir unsere Aktivitäten wieder aufnehmen und fleißig essen gehen, damit unser schöner Blog wieder zum Leben erweckt wird.

 

 

CERVUS – Extrawurst für alle

[Plochingen]

Zum Glück hat das kleine, gemütliche Gasthaus wieder eine spitzen Küche! Seit Anfang 2012 bekocht Johannes Füller seine Gäste mit Leidenschaft, Kreativität und einer allzeit entspannten Art, als würde er gerade aus dem Urlaub kommen. Ebenfalls locker und sehr angenehm ist die Bedienung, die uns bis jetzt alle Wünsche erfüllt hat.

Wir fühlen uns stets aufgehoben und Extrawürste werden gerne für uns gebruzelt. Meine Mutter z. B. mag einfach keine Nudeln, keinen Reis … und irgendwie auch keine sonstigen Beilagen. Kartoffeln müssen es bei ihr sein. Immer. Jedenfalls haben wir beide den gleichen Fisch [Adlerfisch] bestellt — ich so, wie er auf der Karte steht: mit Sepia-Nudeln, meine Mutter mit Kartoffeln. Ich staunte nicht schlecht, dass meine Mutter eine ganz andere Soße und ein etwas anderes Gemüse zum Fisch bekam. Ihr Gericht war somit eine ganz neue Kreation und hat — ebenso wie meins — fantastisch geschmeckt.

Ansonsten mag ich den Blick in die offene Küche und wenn wir am Tisch genau unter dem Tresen sitzen, bekommen wir auch mal direkt eine Empfehlung vom Küchenmeister. Der Gastraum ist mit seinen gerade mal 38 Sitzplätzen sehr gemütlich und durch die Fachwerkbalken ausgesprochen urig. Für den Sommer gibt´s hinterm Haus eine idyllische Sommerterrasse.

An alle Stuttgarter: Nein, Plochingen ist kein Dorf und nicht da, wo man so lange hinfahren muss. Mit dem Schnellzug sind es 12 Minuten und vom Bahnhof zum CERVUS 3 Minuten zu Fuß. Also, setzt euch in den Zug, genießt eine kleine Auszeit bei gutem Wein und liebevollem Ambiente. Es lohnt sich. Ehrlich.

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PS.: Ich soll noch die Suppen loben, sagt Udo. Ihr sollt unbedingt ein Schaumsüppchen bestellen.

 

allesesser Bewertung: 1

 

 

 

 

 

 

 

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Hotel Royal – Zeitreise

[Stuttgart/Mitte]

„Da muss man mal gewesen sein!“ freut sich Udo. Schon X mal dran vorbei geschlappt und nicht mal gewusst, dass es sowas mitten in Stuttgart gibt.

Willkommen zurück in der Vergangenheit! Und zwar 1983, schätze ich. Ich bin verblüfft, dass die vielen älteren Herrschaften perfekt in das Bühnenbild passen. Schulterpolster, Goldbroschen und toupierte Frisuren. Ich fühle mich underdressed und sehr jung. Nachdem ich das Traumschiff-Ambiente samt Crew verarbeitet habe, fange ich langsam an, mich wohl zu fühlen. Denn weil ich die 80er als Kind schon kennengelernt habe, freue ich mich nun, sie als Erwachsener erleben zu dürfen und greife mit Freude zur Speisekarte.

Oh schick — die Speisekarte UND das Angebot. Vorspeise: Ah ja, geräuchertes Forellenfilet mit Sahnemeerrettich und Toast & Butter. Hä, Toast? Mein Gegenüber lacht sich im selben Moment schon halb kaputt. Findet das jedoch voll toll und bestellt sich die Forelle mit dem lustigen Toast. Ich entscheide mich für die Hummerrahmsuppe, zum Hauptgang den Hasenrücken mit Apfelmus und Preiselbeeren. Dazu natürlich das obligatorische Weißweinschorle.

Die Ober sind von der alten Schule, ganz klar. Am besten finden wir jedoch den Beistelltisch, denn es wird uns vom Hauptgang ein zweites Mal der Teller voll gepackt. Das ist schön, denn es schmeckt uns. Seine Edelpilzpfanne mit Semmelknödel verspeist Udo mit einem dauerndem „Hmmmh …“. Ich bin ebenso begeistert und mache den Teller leer (obwohl ich fast platze).

Um die Zeitreise jedoch voll auszukosten, wollen wir natürlich auch einen Nachtisch mit Absacker und kriegen uns nicht mehr ein, als wir „Fürst Pückler Eis“ auf der Karte entdecken. Panna cotta mit Himbeermark soll´s schließlich für mich sein. Vor meinem inneren Auge zähle ich die Kalorien zusammen, doch bevor mir schlecht wird, kippe ich mir einen Willi hinterher. Mit leidender Miene verdrückt Udo seine Portion Mousse au chocolat. Es muss wohl schmecken, denn bald ist nix mehr da.

Unterm Strich:
Hoher Erlebnisfaktor. Essen sehr lecker, jedoch gehaltvoll — eben wie in den 80ern: weit weg von bewusster Ernährung.

allesesser Bewertung: 3

 

 

 

 

 

 

 

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87 Restaurant/Lounge/Bar – Total urban

[Stuttgart/Bad Cannstatt]

Granny B. wollte wissen, was wir vom „87 in BC“ halten.
Hm. Noch nie was davon gehört.
Erstmal googeln: „BC 87″… nix.
Ahsooo, BC = Bad Cannstatt. Oh mann, lange Leitung. Ah, schöne Website.
Tolle Bilder. Cool, regional … oh eine „Allergiker-Karte“!

Gut gebongt.

Ein paar Tage später werden wir überschwänglich empfangen und trotz fehlender Reservierung an einen Tisch geleitet. Joah, schön isses hier, keine Frage. Dem Jugendstil-Gebäude wurde innen neuer Charme eingehaucht mit einem Mix aus Alten und Neuen. Die Speisekarte hebt sich optisch schon mal ab und liest sich wie eine Illustrierte. Von diversen Burgern, über Rumpsteak vom Göppinger Staufenrind, bis hin zu hausgemachten Maultaschen findet sicher jeder was hier.

Erstmal gibt´s Olivenöl mit Salz und Brot. Das Brot leider nicht ganz frisch, doch das Öl dafür echt gut. Ich bestelle Fisch mit Rote-Bete-Kartoffeln und Udo Zwiebelsuppe, gefüllte Paprika und anschließend kalte Erdbeersuppe als Nachspeise. Sieht alles spitze aus. Das Auge isst ja mit. Jedoch fehlt meinem Fisch irgendwie der Pfiff und ich überlege, ob die Kräuter noch auf der Arbeitsplatte in der Küche liegen und einfach vergessen wurden. Auch Udo´s Menü haut ihn nicht vom Hocker.

Wir haben trotzdem vor, noch einmal einen Versuch zu starten. Denn das 87 ist erst ein halbes Jahr alt und wir wollen die Message „Urban food – 100% made with love“ auch schmecken und dem jungen und innovativen Team eine zweite Chance geben.

 

allesesser Bewertung: 3  Lageplan >>>

Fuggerei = Leggerei

[Schwäbisch Gmünd]

Die „Fuggerei“ trägt den Namen des adligen Anton Graf Fugger zu Kirchberg und Weißenhorn, der 1601 nach Schwäbisch Gmünd zog. Die Fuggerei ist das älteste erhaltene Steinhaus der Stadt. (<- das habe ich von der Website geklaut, da mich auch selbst interessiert hat, wo so ein ulkiger Name herkommt.)

Jedenfalls lohnt es sich mal reinzuschauen. Vor allem mittags, denn da geht´s recht flott. Regionale und saisonale Küche — schwäbisch, deutsch, sowie Internationales mit Abwandlungen und Raffinesse lassen sich wunderbar genießen unter der historischen Gewölbedecke. Ob der gute Anton hier auch schon gespeist hat, weiß ich nicht, aber er hat dem Laden einen Namen hinterlassen, den ich mir gut merken kann. Danke Herr Fugger, legger war´s.

 

allesesser Bewertung: 2   Lageplan >>>

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