Archive from März, 2013

Fuggerei = Leggerei

[Schwäbisch Gmünd]

Die „Fuggerei“ trägt den Namen des adligen Anton Graf Fugger zu Kirchberg und Weißenhorn, der 1601 nach Schwäbisch Gmünd zog. Die Fuggerei ist das älteste erhaltene Steinhaus der Stadt. (<- das habe ich von der Website geklaut, da mich auch selbst interessiert hat, wo so ein ulkiger Name herkommt.)

Jedenfalls lohnt es sich mal reinzuschauen. Vor allem mittags, denn da geht´s recht flott. Regionale und saisonale Küche — schwäbisch, deutsch, sowie Internationales mit Abwandlungen und Raffinesse lassen sich wunderbar genießen unter der historischen Gewölbedecke. Ob der gute Anton hier auch schon gespeist hat, weiß ich nicht, aber er hat dem Laden einen Namen hinterlassen, den ich mir gut merken kann. Danke Herr Fugger, legger war´s.

 

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Posthörnle – idyllisches Esszimmer

[Esslingen/a.N.]

Das Posthörnle. Ein kleines, gemütliches Restaurant mitten in der Fußgängerzone in Esslingen. Und wenn man keinen Hunger hat, latscht man einfach am nur 4-meter-breiten Häuschen vorbei. Erst mit dem hungrigen Blick nimmt man durch das Schaufenster das idyllische Esszimmer wahr.

Die Gerichte sind stets abwechslungsreich und phantasievoll. Nicht nur deshalb ist das Posthörnle empfehlenswert. Auch die Weinkarte kann was — da haben wir bisher nur guten Stoff bekommen. Die Bedienungen sind angenehm unkompliziert und die kleine Karte passt sich saisonal an. Da wechseln wir gerne das Esszimmer. In diesem Sinne: Post, äh prost.

allesesser Bewertung: 2

 

 

 

 

 

 

 

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Bo’teca di vino: Grinsebäckchen

[Stuttgart/Botnang]

Nein, Mehmet Scholl wurde meines Wissens hier noch nicht gesichtet. Dabei herrscht im Bo’teca di vino doch „Understatement“ pur – im allerbesten Sinne: ganz ohne Pseudo-SVU auf dem Golfclub-Parkplatz und ganz ohne steifes Nobelklitschen-Chichi. Dafür konzentriert sich Sebastian Werning in seinem kleinen Restaurant, einer ehemaligen Bäckerei in Stuttgart-Botnang, mit gelassenster Selbstverständlichkeit auf das Wesentliche: großartige (Gaumen-)Erlebnisabende.

Die beginnen schon bei der Begrüßung, gerne auch mal mit einem Scherz auf Kosten des Gastes. („Muss ich mal schauen: Nein, sorry auf den Namen ist kein Platz reserviert.“) Der Herr des Hauses ist eben ein freundlicher Mensch mit trockem Humor – und vor allem mit zwei begnadeten Händchen für besondere Zutaten, Küchenkreationen und Tröpfchen.

Ein sehr gutes Beispiel dafür am heutigen Abend mit Bio-Winzer Jochen Beurer: Risotto mit dünnen Scheiben selbst fabrizierter Speckwürstchen und Belper Knolle. Dass Werning italienische Reisgerichte (und diese Schweizer Käsekugel) liebt, schmeckt man sofort: sämig, würzig, verspielt, ein Traum. Aber was dann passiert, als sich der erste Schluck von Beurers Grauburgunder mit dem Risotto-Geschmack verbindet, macht einfach nur noch sprachlos und glücklich! Besser geht nicht.

Aber gleich gut schon: Als Hauptgericht warten schließlich die Bäckchen vom Rechberger Rind und zahlreiche Fragen: Wie bekommt er das Fleisch dazu, dass es auf der Zunge zu schmelzen scheint? Wie kann dieses Kartoffelgratin sahnig-rund und doch überhaupt nicht mächtig sein? Wieso ist mir dieser dunkelbeerig-rubinrote Essensbegleiter namens Secundus vorher noch nie begegnet? Halten mich die anderen Gäste für wahnsinnig, weil ich diese Grinsebäckchen nicht mehr aus dem Gesicht bekomme? Das wäre ja noch in Ordnung – aber hoffentlich hält mich deswegen niemand für Mehmet Scholl!

 

allesesser Bewertung: 1

 

 

 

 

 

 

 

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