Hotel Royal – Zeitreise

[Stuttgart/Mitte]

„Da muss man mal gewesen sein!“ freut sich Udo. Schon X mal dran vorbei geschlappt und nicht mal gewusst, dass es sowas mitten in Stuttgart gibt.

Willkommen zurück in der Vergangenheit! Und zwar 1983, schätze ich. Ich bin verblüfft, dass die vielen älteren Herrschaften perfekt in das Bühnenbild passen. Schulterpolster, Goldbroschen und toupierte Frisuren. Ich fühle mich underdressed und sehr jung. Nachdem ich das Traumschiff-Ambiente samt Crew verarbeitet habe, fange ich langsam an, mich wohl zu fühlen. Denn weil ich die 80er als Kind schon kennengelernt habe, freue ich mich nun, sie als Erwachsener erleben zu dürfen und greife mit Freude zur Speisekarte.

Oh schick — die Speisekarte UND das Angebot. Vorspeise: Ah ja, geräuchertes Forellenfilet mit Sahnemeerrettich und Toast & Butter. Hä, Toast? Mein Gegenüber lacht sich im selben Moment schon halb kaputt. Findet das jedoch voll toll und bestellt sich die Forelle mit dem lustigen Toast. Ich entscheide mich für die Hummerrahmsuppe, zum Hauptgang den Hasenrücken mit Apfelmus und Preiselbeeren. Dazu natürlich das obligatorische Weißweinschorle.

Die Ober sind von der alten Schule, ganz klar. Am besten finden wir jedoch den Beistelltisch, denn es wird uns vom Hauptgang ein zweites Mal der Teller voll gepackt. Das ist schön, denn es schmeckt uns. Seine Edelpilzpfanne mit Semmelknödel verspeist Udo mit einem dauerndem „Hmmmh …“. Ich bin ebenso begeistert und mache den Teller leer (obwohl ich fast platze).

Um die Zeitreise jedoch voll auszukosten, wollen wir natürlich auch einen Nachtisch mit Absacker und kriegen uns nicht mehr ein, als wir „Fürst Pückler Eis“ auf der Karte entdecken. Panna cotta mit Himbeermark soll´s schließlich für mich sein. Vor meinem inneren Auge zähle ich die Kalorien zusammen, doch bevor mir schlecht wird, kippe ich mir einen Willi hinterher. Mit leidender Miene verdrückt Udo seine Portion Mousse au chocolat. Es muss wohl schmecken, denn bald ist nix mehr da.

Unterm Strich:
Hoher Erlebnisfaktor. Essen sehr lecker, jedoch gehaltvoll — eben wie in den 80ern: weit weg von bewusster Ernährung.

allesesser Bewertung: 3

 

 

 

 

 

 

 

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